Wie funktioniert ein Fernglas? Aufbau und Funktionsweise erklärt

Wie funktioniert ein Fernglas

Wer ein Fernglas kaufen möchte, sollte verstehen, wie es funktioniert. Nur so lassen sich die technischen Daten richtig einordnen und das passende Modell für den eigenen Bedarf finden.

Das Grundprinzip

Ein Fernglas besteht aus zwei parallel angeordneten Fernrohren, die jeweils ein vergrößertes Bild erzeugen. Jedes Fernrohr enthält mindestens:

  • Ein Objektiv (vordere Linse) – sammelt das Licht und erzeugt ein verkleinertes, auf dem Kopf stehendes Bild.
  • Ein Prismensystem – dreht das Bild wieder richtig herum.
  • Ein Okular (hintere Linse) – vergrößert das aufgerichtete Bild für das Auge.

Die Vergrößerung

Die Vergrößerung ergibt sich aus dem Verhältnis der Brennweiten von Objektiv und Okular:

Vergrößerung = Brennweite Objektiv ÷ Brennweite Okular

Bei einem 10×42 Fernglas beträgt die Vergrößerung 10-fach: Objekte erscheinen 10-mal näher. Die Zahl 42 steht für den Objektivdurchmesser in Millimetern.

Die Prismen – Warum das Bild richtig herum erscheint

Ohne Prismen würde das Objektiv ein auf dem Kopf stehendes und seitenverkehrtes Bild erzeugen. Die Prismen korrigieren dies. Es gibt zwei gängige Bauarten:

Porro-Prismen

Die ältere Bauart, erkennbar am typischen Knick zwischen Objektiv und Okular. Porro-Ferngläser sind breiter, bieten aber oft eine gute räumliche Tiefenwirkung und sind in der Herstellung günstiger.

Dachkant-Prismen

Die moderne, schlanke Bauart. Objektiv und Okular liegen in einer Linie, was das Fernglas kompakter und ergonomischer macht. Dachkant-Ferngläser sind heute der Standard bei hochwertigen Modellen.

Der Objektivdurchmesser und die Lichtstärke

Je größer der Objektivdurchmesser, desto mehr Licht gelangt ins Fernglas und desto heller erscheint das Bild. Entscheidend ist die Austrittspupille:

Austrittspupille = Objektivdurchmesser ÷ Vergrößerung

Ein 8×42 hat eine Austrittspupille von 5,25 mm – ausreichend für die meisten Lichtverhältnisse. Ein 8×56 erreicht 7 mm – ideal für die Jagd in der Dämmerung.

Die Vergütung

In einem Fernglas durchläuft das Licht viele Glas-Luft-Flächen. An jeder Fläche geht durch Reflexion etwas Licht verloren. Die Vergütung (Coating) ist eine hauchdünne Beschichtung auf den Linsen, die diese Reflexionen minimiert.

  • Coated (C): Mindestens eine Fläche vergütet – Einstiegsniveau.
  • Fully Coated (FC): Alle Glas-Luft-Flächen einfach vergütet.
  • Multi-Coated (MC): Mindestens eine Fläche mehrfach vergütet.
  • Fully Multi-Coated (FMC): Alle Flächen mehrfach vergütet – Premium-Standard.

Hochwertige Ferngläser von Zeiss, Swarovski oder Leica erreichen mit aufwendiger Vergütung Transmissionswerte von über 90 %.

Das Sehfeld

Das Sehfeld gibt an, welche Breite auf 1.000 Meter Entfernung überblickt werden kann. Es wird in Metern oder als Winkel angegeben (1° ≈ 17,5 m). Ein großes Sehfeld erleichtert das Auffinden von Objekten und macht das Beobachten angenehmer.

Die Formel: Sehfeld = Okularsehfeld ÷ Vergrößerung

Die Fokussierung

Die meisten Ferngläser nutzen eine Mitteltrieb-Fokussierung: Ein zentrales Rad stellt beide Okulare gleichzeitig scharf. Zusätzlich gibt es am rechten Okular einen Dioptrienausgleich, um unterschiedliche Sehstärken der beiden Augen auszugleichen.

Wie funktioniert ein Fernglas? – Einfach für Kinder erklärt

Ein Fernglas funktioniert wie zwei kleine Fernrohre nebeneinander – eins für jedes Auge. Vorne sammelt eine große Glaslinse das Licht. Dann wird das Bild durch Spiegel im Inneren (Prismen) richtig herum gedreht. Hinten schaut man durch eine kleine Linse, die alles größer macht. So sieht man weit entfernte Dinge ganz nah!

Jetzt wo Sie wissen, wie ein Fernglas funktioniert, finden Sie in unserer Kaufberatung das richtige Modell. Oder stöbern Sie in unserer Markenübersicht.